technische kommunikation, 01/2010

Wiederauffindbarkeit von Informationen

Gute Stichwortverzeichnisse erstellen

Warum sind Stichwortverzeichnisse wichtig? Und warum fehlen sie oft? Dieser Beitrag zeigt, welche Techniken es zur Stichwortverzeichniserstellung gibt und erläutert in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung die Vorgehensweise. Außerdem finden Sie Tipps und Hinweise aus der Praxis für eine erfolgreiche Umsetzung.

Einführung

Ein Stichwortverzeichnis hilft dem Leser beim Erschließen und Auffinden der Inhalte eines Werkes. Es ist nach anderen Kriterien geordnet als das Werk selbst; im Normalfall alphabetisch. In der Technischen Dokumentation ist ein Stichwortverzeichnis ab ca. 50 Seiten sinnvoll. Sind die Informationen allerdings dicht gedrängt oder enthält der Text wenig Auflockerungen wie Aufzählungen oder Bilder, so kann auch für ein kürzeres Dokument ein Stichwortverzeichnis hilfreich sein.

An den Verfasser von Stichwortverzeichnissen werden hohe Anforderungen gestellt, denn “indexing ist eine intellektuell anspruchsvolle Disziplin, bei der es auf Analyse, Einfühlungsgabe und Detailtreue ankommt.” [1]. Denn die Begriffe in einem Index gehen weit über die im Text verwendeten Wörter hinaus: sie müssen sowohl thematisch als auch formal ergänzt werden. “Die Sachregistererstellung stellt die eigentliche Königsdisziplin dar” [1], weil der Verfasser zusätzlich das betreffende Themengebiet beherrschen muss.

Darf die Stichwortverzeichniserstellung durch den Autor erfolgen? Dies wird oft kontrovers diskutiert. Meine Empfehlung lautet grundsätzlich „Ja”. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Autor zuvor Abstand zu seinem eigenen Text gewonnen hat: Wer einige Schritte zurücktritt, bekommt eine breitere Perspektive. Es wird empfohlen, zwischen dem Erstellen des Textes und des Stichwortverzeichnisses mindestens drei Tage Pause einzulegen. Eine besondere Herausforderung, die der Autor hier bewältigen muss, ist der ständige Perspektivwechsel zwischen Autor und Leser.

In vielen Dokumenten fehlt ein Stichwortverzeichnis, da in der Technischen Dokumentation oft knappe Terminvorgaben herrschen. Überdies wird der Zeitaufwand für die Erstellung eines Stichwortverzeichnisses unterschätzt oder schlicht nicht berücksichtigt.

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